gestapelte Steine und eine Überschrift zum Klimafasten

Ökumenische Aktion „Klimafasten“

„Genug. Beschenkt. Wovon habe ich genug? Was macht mich heute reich?“ - In der kommenden Fastenzeit laden Kirchen Menschen zur ökumenischen Aktion „Klimafasten“ ein. Von Aschermittwoch bis Ostersonntag stehen Klimaschutz und Gerechtigkeit im Zentrum einer Zeit der inneren Einkehr, des bewussten Lebens und des gemeinsamen Engagements. Der Beitrag zur ersten Fastenwoche kommt von Superintendentin Claudia Reifenberger

 

„So viel du brauchst“ – dem Motto der Fastenaktion 2026 für Klimaschutz und Gerechtigkeit liegt die biblische Überlieferung eines Wunders zugrunde. Auf seinem Zug durch die Wüste fällt den hungernden Menschen des Volkes Israel Brot vom Himmel zu. Jeden Morgen neu. Rund und klein ist das Himmelsbrot. Wie Raureif liegt es morgens zwischen den Zelten im Lager und muss von den Menschen aufgesammelt werden. Manche sammeln viel, andere weniger. Und über den Tag erleben sie: es reicht für alle. Sie erleben auch: Das, was sie festhalten wollen, obwohl sie es nicht brauchen, wird schlecht und ungenießbar.

Wie viel ist eigentlich genug?
Die Frage nach dem richtigen Maß verbindet uns mit den Menschen aus dem Volk Israel.

Die Lektion aus der biblischen Überlieferung:
Was wir elementar zum Leben brauchen, so nötig wie Brot, ist uns von Gott geschenkt.
Es ist unverfügbar.
Es ist an unserem täglichen Bedarf orientiert.
Was wir behalten und festhalten wollen, verdirbt.

Die Synode des Kirchenkreises hat auf ihrer zurückliegenden Tagung sechs Leitsätze verabschiedet, die dem kirchlichen Handeln als Kompass dienen sollen. Sie sollen Orientierung geben, Verständnis schaffen und Entscheidungen begründen.

„So viel du brauchst“ – könnte die Übersetzung des 5. Leitsatzes sein: Haushaltsentscheidungen folgen dem Prinzip der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Dazu gehören auch bewusste Reduktion und Konzentration aller Gebäude und Standorte.

Ein großes Thema im Kirchenkreis, denn Gebäude sind eng mit Lebensgeschichten und Traditionen verknüpft.
Können wir dennoch loslassen?
Wie viele Gebäude brauchen wir, um unseren Auftrag als Kirche gut erfüllen und wirksam sein zu können?
Was ist das richtige Maß?

Die „Gebäudefrage“ ist eng verknüpft mit der Frage der (Klima-)Gerechtigkeit.
Das, was wir hier verbrauchen, woran wir festhalten, obwohl wir es loslassen müssten, steht anderen nicht mehr zur Verfügung, obwohl auch sie sattwerden sollen.
So wird die „Gebäudefrage“ letztlich zu einer geistlichen Frage:
Was wir wirklich brauchen, gibt Gott überreichlich und täglich neu – im biblischen Text steht dafür die Metapher „Himmelsbrot“. Himmelsbrot steht für das Materielle wie das Immaterielle: für Brot und Himmel, Geld und Segen, Wasser und Liebe – alles Lebens-Mittel, die nicht haltbar, nicht zu halten sind.
Festhalten verdirbt. Bringt aus der Balance. Körperlich, seelisch, sozial, global. 

 

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