„Gott lässt sich im Licht erkennen und ruft uns Menschen in diese Gemeinschaft des Lichts – zum Fest des Lebens.“ Mit diesen Worten hat die Herner Superintendentin Ausstellung „LICHTRaum 2026“ am 12. April bei der Eröffnung in der Herner Kreuzkirche in den Zusammenhang mit dem Psalm 104, „der uns in schier überschwänglichen Bildern die Schöpfung vor Augen malt“, gestellt und die Intention von Ludger Hinse zusammengefasst. Bis zum 19. Juli sind die Lichtkreuze des Künstlers an zwölf sakralen Orten in Herne zu sehen und lassen Unsichtbares sichtbar werden, indem sie Licht einfangen, brechen und spiegeln.
Dass die Ausstellung in der Mitte des Ruhrgebiets zu sehen ist, „da, wo die Bergleute nach dem Zweiten Weltkrieg den Wohlstand aus der Finsternis ans Licht geholt haben“, sei außerordentlich passend, betonte Dr. Adelheid Ruck-Schröder, die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. „Licht und Finsternis gehören zusammen“, sagte sie. Dass Jesus Christus hinabgestiegen ist in das Reich des Todes bekennten Christinnen und Christen ebenso wie die Hoffnung, dass sie an seiner Auferstehung Anteil haben. „Ostern ist insofern die Grund-Transformation – Finsternis verwandelt sich in Licht“, sagte sie. Der Künstler selbst sprach zur Eröffnung seiner Ausstellung ein „Lichtgebet“ – dafür, „dass die gottfrommen Menschen aller Religionen zu Boten des Friedens werden“ und dafür, „dass Krieg und Tod nicht das letzte Wort haben, sondern das Leben.“
„Diese Sehnsucht nach Licht verbindet uns“, betonte Oberbürgermeister Dr. Dudda und knüpfte damit an Hinses Bitten an. Licht stehe für Wärme, Leben und Orientierung. Dass in diesen Zeiten wieder Stimmen laut seien, die das Licht nicht sehen (wollen), lasse sich weniger durch Diskussionen bekämpfen als dadurch, dieser destruktiven Haltung Licht entgegenzusetzen. Das gelinge mit der Ausstellung nicht zuletzt dadurch, dass die Präsentation der Lichtkreuze an verschiedenen Orten Menschen verbinde.
Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Dr. Adelheid Ruck-Schröder und Dr. Frank Dudda haben die Schirmherrschaft der Ausstellung gemeinsam übernommen, um damit das unerlässliche Zusammenwirken von Kirchen und Kommune ausdrücklich zu unterstreichen.
Rund 300 Menschen waren zu der Vernissage in die Herner Kreuzkirche gekommen, für deren passenden musikalischen Rahmen die Kreuzkantorei unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Hannelore Höft, die auch als Organistin klangliche Glanzpunkte setzte, gesorgt hat. Durch die Veranstaltung führten Dechant Ludger Plümpe und Pfarrerin Katja Lueg. Informationen zu Ausstellung und Rahmenprogramm gibt es unter www.lichtraum2026.de. AR